Sicherheitsgefühl

Das Verleihen des privaten KFZ trifft beim Großteil der Bevölkerung auf Ablehnung [1], obwohl das Konzept des Carsharings einen innovativen und vor allem nachhaltigen Ansatz darstellt. Ein Connected Car könnte hier Optimierungspotenzial liefern und damit Unsicherheiten abbauen.

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Der Eigentümer könnte Zugriff auf Live-Daten des Fahrverhaltens und die Position des Autos erhalten, z. B. via App. Bei Diebstahl oder schlechtem Fahrverhalten könnte der Eigentümer nach Abstellen des Fahrzeugs ein erneutes Starten untersagen. Weiterhin könnten Nachrichten via Bordcomputer an den Fahrer übermittelt werden.
Dieses Szenario ist insbesondere im Rahmen des privaten Carsharings von Relevanz: Der Markt von privatem Carsharing ist trotz seines nachhaltigen Potenzials noch größtenteils unterentwickelt. Dies lässt sich u. a. mit einer bestehenden Informationsasymmetrie aufgrund von Erfahrungs- bzw. Vertrauenseigenschaften beim Verleih des Fahrzeugs erklären. Das wahre Verhalten des Nutzers lässt sich erst nach Vertragsabschluss beurteilen, sodass beim Anbieter hohe Bedenken entstehen und dieser nicht gewillt ist, sein Fahrzeug zu offerieren. Zwar kann Vertrauen durch Intermediäre (z. B. Onlineportale und Versicherungen) sowie Reputationssysteme aufgebaut werden, wie aktuell durch einige am Markt befindliche Akteure umgesetzt, jedoch scheint dies noch von lediglich geringem Erfolg gekrönt.
Durch die Möglichkeit der eigenständigen Überprüfung der Verhaltensweisen während der Nutzung könnten Reputationen durch spezifische Erfahrungsberichte verbessert und Sicherheit beim Anbieter des Fahrzeugs generiert werden.

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Auch Versicherungsunternehmen könnten ihre Produkte bezüglich des Carsharings optimieren und durch verbesserte Modelle mehr Kunden gewinnen und damit eine Entwicklung dieses Marktes fördern.

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Außerdem könnten mittels der Nachverfolgung via Positionsdaten, Diebstähle durch die Polizei schneller aufgeklärt werden.

 

Szenario:
Herr Schmitz verfügt über ein Auto, welches er jedoch überwiegend für Einkäufe nutzt, da seine sonstigen alltäglichen Routen via ÖPNV gut und preiswerter bestreitbar sind. Als er von der Möglichkeit des privaten Carsharings erfährt, ist er zunächst abgeneigt, da er sich nicht sicher über das Verhalten der Nutzer dieses Dienstes ist. Sein Sohn klärt ihn jedoch darüber auf, dass er via App das Fahrverhalten der Nutzer einsehen und falls nötig, einen weiteren Start des Fahrzeugs untersagen kann. Weiterhin könne er jederzeit den Standort seines Autos prüfen. Auch bietet seine Versicherungsgesellschaft eine zugeschnittene Lösung für privates Carsharing an, die insbesondere für schlechte Behandlung der Fahrzeuge haftet und dies aufwiegt.
Daraufhin meldet er sich bei einem Onlineportal für Carsharing an und ist überzeugt, denn dort kann er die Reputationen sowie das spezifische Fahrverhalten der Nutzer einsehen und anhand dessen den Antrag eines Nutzers annehmen oder ablehnen.
Durch die zusätzlichen Einnahmen aus dem Teilen seines Autos gönnt sich Herr Schmitz nun öfters einen gemeinsamen Restaurantbesuch mit seinem Sohn.

 

Literatur:
Zu Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften wird das Buch von Reiner Clement: „Mikroökonomie: Grundlagen der Wissenschaft von Märkten und Institutionen des wirtschaftlichen Handelns“, Kapitel 12.2, empfohlen.

Clement, Reiner:
Mikroökonomie: Grundlagen der Wissenschaft von Märkten und Institutionen des wirtschaftlichen Handelns, Berlin, 2012.

 

 

[1] http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/privates-carsharing-der-fremde-in-meinem-auto/11695728.html